Vereinbarkeit von Liebe mit harten Entscheidungen

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„Wie ist Ihre Einschätzung auf der Skala zu der nun folgenden Hypothese und weshalb: „Die Grundhaltung der Liebe ist durchaus vereinbar mit „harten“ unternehmerischen Entscheidungen und Veränderungen (1= starke Zustimmung, 5 = Ablehnung).“

„Für mich ist die Liebe nicht nur mit harten Entscheidungen vereinbar, sondern unabdingbar. Deshalb von mir für diese Hypothese eine 1. Gerade harte Entscheidungen müssen mit Respekt kommuniziert und umgesetzt werden. An Konstrukten in Organisationen, in denen viele Menschen beteiligt sind, ist mit viel Liebe abzuwägen, welche Entscheidung am Ende getroffen wird und wie viele verschiedene Bedürfnisse zu berücksichtigen sind. Das ist schon eine extrem herausfordernde Aufgabe, die nur mit viel Liebe bewältigt werden kann, auch wenn es da teilweise um schwierige und gut abzuwägende Entscheidungsprozesse geht. Schwierig wird es dann gerade bei Menschen, mit denen man eng verbunden ist und die einem nahestehen. Es geht aber nicht immer nur um die Beziehung Unternehmer – Mitarbeiter (Unternehmersicht), sondern auch anders herum, nämlich Mitarbeiter – Unternehmen (Mitarbeitersicht), und zwar so, dass sich dieser in Liebe von einem Unternehmen verabschiedet.“

„Ja, Liebe und harte Entscheidungen sind zwar nicht immer einfach, Wahrheit und Liebe schließen sich ja aber nicht aus. Im Gegenteil, sie bedingen sich! Harte Entscheidungen haben etwas mit Wahrheit, mit Wahrhaftigkeit zu tun. Diese Wahrheit sollte man nicht aus falsch verstandener Liebe heraus nicht aussprechen. Als Unternehmer muss man danach gucken, was man für die Wahrheit hält und dann danach handeln. Dies kann manchmal durchaus wehtun. Vor 2009 z.B. war meine Firma im Rahmen der Bankenkrise zusammengebrochen. Überhaupt war der Beratermarkt zu dieser Zeit zusammengebrochen, was 100000 € Umsatz weniger pro Monat bedeutet hatte. Daraufhin wurde Kurzarbeit eingeführt, Gehälter gekürzt bzw. gestundet, alles keine schönen Maßnahmen und insofern harte Entscheidungen, die kommuniziert und durchgesetzt wurden. Dies allerdings aus einer wohlwollenden und respektvollen Grundhaltung heraus. U.a. auch deshalb, weil die Alternative die betriebsbedingte Entlassung/Kündigung gewesen wäre, so dass die eben beschriebenen die besseren Varianten waren. In Unternehmen gibt es die sogenannten „Kuschelgruppen“, die sich alle lieb haben, sich aber nie die Wahrheit sagen und dann gibt es die „Brutalogang“, die sich immer die Wahrheit sagt, dies aber nicht liebevoll, sondern die haut sich die Wahrheit um die Ohren. Oft ist es unausweichlich, einem Mitarbeiter schlechtes Feedback zu geben, was man aber durchaus in einer respektvollen Haltung tun kann. Es ist nämlich klar, dass sich der Betroffene in dieser Situation nicht gut fühlt, man muss ihm dieses Feedback aber trotzdem irgendwie geben. Ich bewerte diese Hypothese auch mit einer 1.“

„Liebe ist kein Kuschelkurs, genau, das täte der Liebe Unrecht. Liebe kann sich durchaus durch harte Entscheidungen äußern und sehr deutlich sein. Somit ganz klar auch von mir eine 1.“

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